DARIA IURIICHUK
EVDOKIA MICHAILIDOU
ISABELLE FINOU
–––
MY BODY IS
NOT YOUR BRAND
MAKE FACES GREAT AGAIN – VISAGE REGIME
„When you come to our Xountry illegally,
you will be removed“
discipline
courageous
Erwartung
Haltung
Regime
Couriosity
Perfection
Beauty
Moment
Smooth
Flawless
Untouchable
Die Welt ist nicht was du siehst
Sie ist nicht was du denkst
Daher gibt es ständige
Missverständnisse
Irritation
Missverstehen
Discipline Courageous
Erwartung Haltung
Regime
Couriosity
Perfection
Beatuy
moment smooth flawless
Untouchable
repeat
Perfection
Beauty
Erwartung Haltung
Regime
Hollywood Politics
And You Will Be Removed
Pain
desaster
Perfection
Extend
Hybrid
Full
Beauty
Perfection
Sense
Perfection Hate Selfdiscipline Courageous
Perfection
Haltung
Erwartung
Beauty
moment
smooth
Ich gestalte mich selbst.
I create myself by myself
Ich gestalte mein Aussehen selbst
Perfection Courageous
…
Ich gestalte mein Ich selbst
Perfection
Discipline
courageous
Haltung
Erwartung
Faces are beings of shiny happy distorted
politics
They dissolve in clouds of nasty systems
Intention produce Faces
Faces produce your Intend
Body
The Sense of existence – Body
Body is existence
Face
Visage Regime
Politics starts right here
…
T.B.C.
©EVDOKIA MICHAILIDOU
MY BODY IS NOT YOUR BRAND
ÜBER DAS RECHT, KEIN IDEAL ZU SEIN
Ausgehend vom hyperfeminisierten Schönheitsideal rund um das „Mar-a-Lago Face“ (benannt nach Mar-a-Lago in Palm Beach) untersucht die Performance die Verschränkung von Schönheit, Jugendlichkeit und das während der Präsidentschaft von Donald Trump popularisierte „Mar-a-Lago Face“ als ästhetische Regierungsform.
Zwischen Make-up-Ritual und sprachlicher Intervention werden Text Fragmente um körperliche Selbstbestimmung in die Komposition gesprochen und verflochten. Schönheit erscheint hier nicht als Wahl, sondern als Erwartung – und Widerstand als Akt der Ent-Normierung. Das Mar-a-Lago Face und die Gouvernementalität der Oberfläche: In Anlehnung an Diskurse der Gouvernementalität erscheint das Gesicht als politisches Interface: als Schnittstelle zwischen neoliberaler Selbstoptimierung, konservativer Weiblichkeitsnorm und medialer Sichtbarkeitsökonomie. Der Körper wird zur Bühne.
# Die Performancearbeit untersucht das während der Amtszeit von Donald Trump sichtbar gewordene Schönheitsdispositiv als politisches Zeichen. Im Zentrum steht das sogenannte „Mar-a-Lago Face“ – ein hyperfeminisiertes, chirurgisch optimiertes Erscheinungsbild, benannt nach Trumps Privatresidenz Mara-Lago in Palm Beach. Dieses Gesicht ist weniger individuelle Entscheidung als vielmehr Chiffre: Es verkörpert ein normiertes Ideal aus Jugendlichkeit, Kontrolle, Wohlstand und performativer Loyalität.
Die Performance dekonstruiert dieses Ideal als Oberfläche einer ästhetischen Agenda. In einer Abfolge ritualisierter Gesten – Schminken, Glätten, Lächeln, Erstarren – wird der Körper zur Projektionsfläche von Machtverhältnissen. Das „Mar-a-Lago Face“ erscheint hier nicht nur als Trend, sondern als Symptom eines Diskurses, in dem weibliche Identität zwischen Selbstermächtigung und normativer Anpassung oszilliert. Die Arbeit verschränkt Fragen von Sichtbarkeit und Schweigen. Das Gesicht wird zur Maske, die sowohl Schutz als auch Disziplinierung bedeutet. Schönheit fungiert als soziale Währung – und als implizite Voraussetzung für Zugehörigkeit. Sie zeigt, wie ästhetische Ideale in sozialpolitischen Kontexten instrumentalisiert werden und wie sich Diskurse über Frauenrechte in Körper einschreiben. Zwischen Glamour und Groteske entfaltet sich ein Spannungsfeld, in dem das Individuum um Autonomie ringt – und in dem das Gesicht zur Bühne gesellschaftlicher Macht wird.
ZUR PERFORMANCE ACTION:
Diese Performance untersucht den Körper als Ort der Konstruktion, Fragmentierung und Neuassemblage. Anstatt den menschlichen Körper als stabile biologische Einheit darzustellen, behandelt die Arbeit ihn als geschichtete Oberfläche, die durch Materialien, Stoffe und prothetische Formen erweitert, verändert und neu zusammengesetzt werden kann. Die Verwendung von Transparenz ist zentral für die visuelle Sprache der Arbeit. Da die Materialien teilweise durchsichtig bleiben, nimmt das Publikum gleichzeitig zwei Körper wahr: den biologischen Körper der Performerin und die künstlichen Oberflächen, die sich darüberlegen. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verhüllung, zwischen Authentizität und Konstruktion. Im Verlauf der Performance manipuliert und verbindet die Performerin diese Fragmente durch Gesten, die an Nähen, Zusammenfügen und Montieren erinnern. Körperteile scheinen zu neuen, teilweise absurden Kombinationen zusammengesetzt zu werden. Gliedmaßen überschreiten ihre gewohnten Grenzen; Die transparenten Stoffe verweisen auf Haut als durchlässige Membran und nicht als feste Grenze. Der Körper der Performerin wird dadurch zu einem Ort, in dem mehrere Identitäten und Formen gleichzeitig existieren. In der Performance Arbeit von daria Iuriichuk, evdokia michailidou und Isabelle Finou ist das resultierende Bild designt zwischen Skulptur, Kostüm und lebendigem Organismus. Die Performance stellt so die Vorstellung eines kohärenten, geschlossenen Körpers infrage und schlägt stattdessen ein Bild des Körpers als Assemblage vor – fluid, instabil und ständig neu zusammengesetzt. Körperlichkeit ist die Abbildung von psychischen Seinsweisen. Body is existence. Die Sound Klangebene, die von Isabelle Finou komponiert wird, bespielt die Performance mit Texten von evdokia michailidou, die sich mit der Thematik poetisch auseinandersetzen.
Bereits aufgeführt wurde die Performance bei
Artartist 2026 Düsseldorf, 18. April 2026
Labor Projektgalerie Ebertplatz, 27. Juni 2026
Kunsthafen, Kunsthaus Rhenania Köln, 2. Juli 2026
Die Performance wird gefördert durch das Kulturamt Köln
Photography: Markus Schulze
