Monthly Archives: März 2025

Lydia Balke – Stupid to hide the past under snow of last april

Lydia Balke     Excuse me. Or not.  2019    – limited edition   Wenn Kreaturen und Wölfe in wilder Nähe mit Füchsen zusammentreffen und die harten Wildgeweihe den Menschen ungerührt erkennen, öffnen sich abseitige Welten – smarte Spiegelungen von Abwesenheit, durchzogen von klirrenden Formen frostiger Arroganz. Wir sehen darin Akteur*innen, deren kalter Blick durch graue Landschaften und dunkle Wälder schweift, so schonungslos und zugleich fein, wie es nur die Wahrheit sein kann. Diesen direkten Zugang ins Drastische, das rohe Gefühl im Blick – ist Segment, in Andeutungen gedacht, aber in reale Orte gemalt. Lydia Balkes Bilder in Öl steigen damit in die Grundthemen Dunkelheit, Leid, defekte Übereinkünfte ein. durch die stillen Details realistischer Vorstellungen von Tauben, Mäusen und Frauen mit Schlachtmessern, zeigen die Bilder lebensnahe Episoden – als Merkmale von Düsternis, Drastik und Gefangenheit. So erzählen Lydia Balkes Bilder zwar vordergründig die Geschichten der Not, der Missgunst, der Einsamkeit, zeigen aber vor allem die Verletzlichkeit  – der Tiere und der Menschen und der Welt, die ein Teil von uns ist. Sie zeigen dies so eindringlich, dass man den Tanz der Kreaturen auf Messers Schneide und in den Knochen fühlt. Die Werke stellen uns vor die Entscheidung: Entweder dem Pfad der Undurchdringlichkeit zu folgen oder den Ausdruck eines abseitigen menschlichen Argwohns im Verstehen aufzulösen – an der Schwelle zur Hoffnung. Es ist, als erschafften sie eine Welt, die unserem Auge als reale nicht gegenwärtig ist, die jedoch als Empfindung realer Begebenheiten unmittelbar und präzise ihre schmerzhafte Wirkung entfalten kann. Lydia Balkes Auseinandersetzung mit diesen Seinsweisen und Wesenheiten wirkt wie die Begegnung mit echten […]

Isabelle Finou   – composing spheres

Isabelle Finou    In Transit LP  // LP Vinyl // 2021 // Bandcamp // Soundcloud   Die Klangkompositionen erreichen Schwebezustand, erleben synaptisch Körper und Welt.  Kompositorisch in der Zwischenwelt, changieren sie um eine Spur der Ausgelassenheit herum. Die imaginierten Bilder – teils durch verzerrte Aufnahmen gefärbt, Stimme als mnemonische Innerlic Gesang, Sphäre. Die sphärischen Klänge sind dem Maschinellen verbunden. mēchanē, das Werkzeug, die künstliche Vorrichtung ist Mittel. Der feine Gesang hebt die Genauigkeit des Prozessors aus den Angeln. Im Sinne der Atome sucht die Mechanik nach unzerlegbaren Teilen, sie modelliert und verbindet bewegliche Teile komplexer Mechanismen. Die elektronische Synthese erzeugt Ton, der wiederum modularisiert – erschafft Kopien und Fragment.  Die Stimme haucht ihm das Wesenhafte des Menschen ein. Hier entstehen Imaginationen von Kreisen und Domänen. Sci-fiktionale Spuren, die sich sirenenhaft wie Medusen aus den Meeren erheben. Mit Zugspindeln werden sie verbunden. Die elektronischen Soundscapes beflügeln die Sinne. Ihre Stärke ist delikat und fragil zugleich.  Denn die Atemfrequenz beträgt beim Menschen 12 bis 50 Atemzüge pro Minute, die Grundschwingung erhöht ihre eigene. Die perfekte Sinusförmige Stimmung ist nicht real. Das Frequenzspektrum moduliert die verschiedenen Schwingungsebenen mit den Frequenzen. Die Innerlichkeit und der Akt der Resonanz sind die Antwortmöglichkeiten auf die Entitäten und Seinsvorstellungen wie Zerbrechlichkeit, Zartheit und Fragilität. Das Spektrum erstreckt sich über die Frequenzen hinaus. Stimme und Vokale, Verbundenheit und Paradigma sind das bewegende Moment. In ihm vollzieht sich die bewegte Bewegung der Transit-Orte, Bahnhöfe, Zuggleise, wartende Sphären, die Einflüsse sind von den spaltenden Abständen zueinander. Der Raum wird als Audio-Poem, Klang- und Hör-Buch durchdrungen und hebt sich als ovaler Kubus […]

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